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Neu!!!!

Unser Functional Fitness vom Sport im Park gibt es immer Montags von 18:45 - 19:45 Uhr in der Gymnastikhalle der Falkertschule Stuttgart! Eingang über die Breitscheidstr.

 

Alle Interessierten sind herzlich Willkommen! Einfach vorbei schauen!

 

Die Sport im Park Saison 2017 ist nun vorbei. Wir danken allen, die unsere Kurse Funtional Fitness montags im Schlosspark und mittwochs am Südheimer Platz, 

sowie der Capoeira Kurs im Schlosspark und am Südheimer Platz so treu besucht haben über die Zeit von Mai bis September!

 

Unsere nächsten Workshops:

 

Jogos Visegrad in Budapest vom

13.10. - 15.10.17

 

Deutsche Capoeira Meisterschaften

vom 20.10. - 22.10.17 in Stuttgart

 

Capoeira

 

Capoeira ist ein brasilianischer Kampftanz und Ausdruck von Freiheit, Lebensfreude, Selbstverteidigung, interkultureller Austausch, ein Weg, physische, mentale und spirituelle Stärke und Ausgeglichenheit auszubilden.

 

Capoeira wird geprägt vom Kampf, der Musik und der „Roda“ (portugiesisch, Kreis) als gesellschaftlicher Rahmen in dem der Kampf statt findet. Die Kämpfe finden immer in einer Roda statt. Begleitet werden die Kämpfe von traditionellen Capoeira Instrumenten und Liedern.

Die Roda besteht aus einem Kreis von Capoeiristas und den Musikern. Immer zwei Capoeiristas kämpfen in der Roda, wobei in der Capoeira für einen Kampf der Begriff „Spiel“ verwendet wird. Eine Roda ist besonders beeinflusst von der archaischen Wucht, die der Capoeira innewohnt.

Capoeira zu trainieren und auszuüben, führt zu einem ganz neuen Bewegungs- und Körpergefühl. Langfristig verbessern sich die Koordinationsfähigkeit, Reflexe, Balance, Kraft und Beweglichkeit. Über das rein körperliche Training hinaus gerät man aber auch in einen intensiven Kontakt mit der Sprache, Musik und der Kultur Brasiliens.

Geschichte der Capoeira

Capoeira wurde um das 15. Jahrhundert von afrikanischen Sklaven in Brasilien entwickelt. Die unmenschlichen Lebensbedingungen auf den Plantagen, schlechte Ernährung, unbegrenzte Arbeitszeiten, willkürliche Strafen und Folter, machten das Leben unerträglich.

Der Widerstand der Sklaven gegen ihre portugiesischen Unterdrücker wuchs, und da ihnen untersagt war Kampfsport zu betreiben, tarnten sie ihr Training der Angriffstechniken durch elegante, tanzähnliche Bewegungen und rhythmische Musik. Die Capoeira half den Sklaven in ihrer verzweifelten Lage zu überleben, sie gab ihnen Selbstbewusstsein und war eine wichtige Stütze in dem erbarmungslosen Sklaven-Alltag. Es kam immer öfter zu Sklavenaufständen und blutigen Auseinandersetzungen mit den Großgrundbesitzern und einigen Sklaven gelang es, in den Dschungel zu fliehen. Dort gründeten sie sogenannte „Quilombos“, von den Sklaven selbstverwaltete Urwalddörfer, in denen zeitweise bis zu 50.000 Menschen lebten. In den Quilombos übten sich die nun freien Sklaven im Kampf, um auch waffenlos gegen die Privatarmeen der Sklavenbesitzer zu bestehen, wenn sie in Überfällen andere Sklaven befreiten. Seit 1575 entstanden immer mehr Quilombos an unzugänglichen Orten im Dschungel. Palmares, welches im Süden Pernambucos etwa 1602 entstand, war wohl der berühmteste Quilombo mit seinem in Capoeiraliedern oft besungenen Führer Zumbi. Erst durch tagelangen Kanonenbeschuss mit Hilfe der Holländer gelang es den Portugiesen, die Dschungelhauptstadt Palmares einzunehmen und die Verkettung der Dörfer zu sprengen. Die Capoeira überlebte den Fall der Sklavendörfer und trotzte dem folgenden 400 Jahre währenden Verbot.

Bis 1807 fand Capoeira nur versteckt im Dschungel statt, danach breitete sich der Kampf auch in den Städten aus. Als die portugiesische Königsfamilie nach Brasilien auswanderte begann unter Polizeichef Miguel Nunes Vidigal eine Gewaltwelle über Quilombos, Candomblês (afro-brasilianische Kulte) und Capoeiristas einzubrechen. Die Capoeiristas wurden von 1864-1870 gezwungen für den König in den Krieg gegen Paraguay zu ziehen und auch nach Ausrufung der Republik hörte die brutale Verfolgung nicht auf.

Capoeira war somit von Anfang an ein illegaler Kampf, der auch noch lange Zeit nach Abschaffung der Sklaverei von der staatlichen Autorität verfolgt (seit 1890 strafrechtlich) wurde. Diese Tatsache, wie auch blutige Straßenkämpfe und mysteriöse Geschichten krimineller und undurchsichtiger Gestalten, trugen dazu bei, dass „Capoeira“ in dieser Zeit gleichgesetzt wurde mit „kriminell“.

 

Das Capoeira-Verbot wurde 1937 durch den nationalistischen Diktator Getúlio Vargas aufgehoben, der mit der Capoeira einen nationalen Sport etablieren wollte. Auf diese Idee kam er, nachdem er eine Vorführung von Mestre Bimba (Manuel dos Reis Machado) sah. Bimba wollte aus Elementen der Straßenkampftechnik Capoeira eine moderne Kampfkunst formen, welche Heute als die „Capoeira Regional“ bekannt ist.



Mestre Bimba

 

Geboren am 23. November 1899 in Salvador da Bahia, Sohn von Luís Cândido Machado und Maria Martinha do Bonfim. Manoel dos Reis Machado - Seinen Spitznamen erhielt er aus einer Wette. Seine Mutter dachte während der Schwangerschaft sie bekämme ein Mädchen. Die Hebamme wettete dagegen. So bekam er den Spitznamen Bimba in Bahia eine verniedlichende Bezeichnung für den Penis.

Mit 12 Jahren fing Bimba an Capoeira zu spielen. Sein Lehrer war der Afrikaner Bentinho.

Etwa 1921 erreichte es Bimba trotz des Verbotes Capoeira zu unterrichten. Er bestach den örtlichen Polizei Chef. Der taucht immer erst dann auf wenn Bimba gerade seine Stunde beendete worauf hin er und seine Schüler flohen. Die Täuschung war perfekt. Bimba erkannte das die ursprüngliche Form der Capoeira immer mehr zerfiel. Er beschloss seinen Capoeira Stil zu verändern und führte effektive Batuque Kampftechniken ein die er von seinem Vater lernte. Er entwickelte Lernsequenzen die seinen Capoeira Unterricht verbesserte. Dies war etwas vollkommen neues. Bis dahin wurde Capoeira durch Sehen und Nacharmen erlernt. Durch die Sequenzen war ein viel effektiver Unterricht möglich.

Weil sein Stil nur in Bahia gelehrt und ausgeübt wurde nannte er ihn "Luta Regional da Bahia" (Regionaler Kampf aus Bahia).
1934 gründete Mestre Bimba die erste Capoeira Akademie und erhielt großen Zulauf aus der Mitteklasse und Studentenszene.

1936 errichte er eine staatliche Annerkennung seiner Schule und eine Eintragung in das Amt für Kultur, Gesundheit und Schulwesen.

Bimba forderte 1936 Kämpfer aller Kampfstile auf sich mit ihm und seiner Capoeira Regional zu messen. Der längste Kampf Dauerte 1 Minute und 10 Sekunden Bimba hatte sie alle besiegt.

Der populistische Präsident Getúlio Vargas lud Bimba, Am 23.7.1953, zu einer Präsentation seine Capoeira Regional ein. Vargas war beeindruckt und kommentiert mit den Worten "Capoeira ist der einzig wahre Nationalsport".

Bimba starb am 5.2.1974, einem Dienstag, ein Jahr nachdem er von Bahia nach Goiânia gezogen war. Bis zum Samstag davor leitete er noch eine Präsentation im Clube dos Funcionários Publicos und gab, obwohl er schwer krank war, noch Unterricht. Er starb sehr einsam und desillusioniert. Es heißt, daß ganz Brasilien 7 Tage lang trauerte indem alle Capoeirapraxis unterblieb. Es gab zu Bimbas Zeiten auch andere gute Capoeirista aber keiner hatte das technische Vermögen und das Lehrvermögen und vor allem nicht das Charisma von Mestre Bimba.



Mestre Pastinha

 

Geboren am 5. April 1889 in Savlador da Bahia, Vicente Ferreira Pastinha, gennant Mester Pastinha. Er begann mit 8 Jahren Capoeira zu lernen bei einem ehemaligen Sklaven angolanischer Herkunft. Er zeichnete sich durch außerordentliche Intelligenz und Schnelligkeit aus.

Mestre Pastinha eröffnete 1910 trotz des Verbotes die erste Capoeira Akademie.1914 eröffnete er die erste legale Capoeira Akademie. Wie Bimba erkannte er den Verfall der Capoeira doch im Gegensatz zu Bimba wollte er die Capoeira nicht reformieren, sondern besann sich auf die alten Werte. Er nannte seine Art von Capoeira, Angola Capoeira nach dem afrikanischen Staat. Er lehrte das Musik und Gesang dem Spiel Gleichwertig sind. Ihm ist zu verdanken das alte Capoeira Traditionen nicht in Vergessenheit geraten sind.

Doch wie bei so vielen Genies werden sie erst nach ihrem Tod geehrt. Kurz vor seinem Tod nahm die Stadt Salvador dem fast blinden Pastinha alles was er besaß - seine Akademie - unter dem Vorwand, sie würde renoviert.

Pastinha lebte seine letzten Jahre in bitterer Armut in einem winzigem Zimmer. Von seiner Akademie blieb ihm nur die Holzbank auf der die Berimbau Spieler saßen. Er starb 1981 im Alter von 92 Jahren.